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Rodd Witter

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Es ist ein Anblick, der im Kleingarten immer seltener wird: ein kleiner Brunnen, der leise plätschert, umgeben von Farnen und Blüten. Doch in letzter Zeit erlebt das Wasserspiel eine Renaissance. Und besonders gefragt sind Unikate aus Kupfer, handgefertigt von ambitionierten Handwerkern.

Einer von ihnen ist der junge Klempnermeister aus Stuttgart, der auf der Meisterausstellung „Blechmasters“ mit einem Seerosenbrunnen aus Kupfer für Aufsehen sorgte. Sein Meisterstück war eine Hommage an die Ruhe, die ein Wasserspiel in den Garten bringt. Aus einem flachen Becken wuchsen Seerosenblätter aus getriebenem Kupfer, in der Mitte eine offene Blüte, aus der sanft Wasser perlte.

„Kupfer ist ein wunderbares Material für den Garten“, sagt der Meister. „Es altert mit der Zeit, bekommt eine grüne Patina und fügt sich so natürlich in die Umgebung ein. Ein Kupferbrunnen wird im Laufe der Jahre immer schöner.“ Und er ist robust: Frost, Regen, Sonne – Kupfer hält alles aus, ohne zu rosten.

Immer mehr Kleingärtner entdecken den Reiz von Wasser im Garten. Ein Brunnen ist nicht nur schön anzusehen, er erfüllt auch einen Zweck: Das Plätschern übertönt Straßenlärm, schafft eine beruhigende Atmosphäre und lockt Vögel und Insekten an. An heißen Tagen kühlt er die Umgebung, und im Winter, wenn er abgestellt ist, wird er zum dekorativen Element.

Doch nicht jeder kann oder will einen aufwendigen Brunnen bauen. Für sie gibt es einfachere Lösungen: Fertigbrunnen aus dem Handel, Solarbrunnen, die ohne Strom auskommen, oder kleine Quellsteine, die nur wenig Wasser brauchen. Aber das Besondere, das Einzigartige, das ist oft das handgefertigte Unikat.

Im Kleingartenverein „Idylle“ am Stadtrand von Hannover hat ein Mitglied einen solchen Brunnen. Er steht in einer Ecke, umgeben von Farnen und Funkien, und plätschert leise vor sich hin. „Wenn ich hier sitze, vergesse ich die Stadt“, sagt der Besitzer. „Das Wasser beruhigt mich, ich kann einfach zuschauen und abschalten. Es ist mein persönlicher Ort der Ruhe.“

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Nicht jeder hat einen Kleingarten. In den Städten wohnen die meisten Menschen zur Miete, oft ohne eigenen Außenbereich oder nur mit einem kleinen Balkon. Doch der Wunsch nach Selbstversorgung, nach frischem Gemüse und Kräutern aus eigener Ernte, ist auch bei ihnen groß. Die Lösung: Selbstversorgung im Mini-Format. Microgreens auf der Fensterbank, Hochbeete auf dem Balkon, Kräuter im Topf.

Microgreens sind der absolute Trend der letzten Jahre. Das sind die jungen Keimlinge von Gemüse oder Kräutern, die schon nach ein bis zwei Wochen geerntet werden können. Sie stecken voller Vitamine und schmecken intensiv – ob Radieschen, Brokkoli, Erbsen oder Koriander. Auf der Fensterbank brauchen sie nur wenig Platz, ein kleines Tablett und etwas Erde genügen.

„Microgreens sind ideal für Anfänger“, sagt Stadtgärtnerin Lea aus Berlin. „Man sieht schnell Erfolge, die Kinder können zuschauen, und man hat immer frische Zutaten fürs Abendessen. Ein Schnittlauch-Brot schmeckt doch gleich viel besser mit selbstgezogenem Schnittlauch.“ Besonders beliebt sind Mischungen für bestimmte Gerichte: „Asia-Mix“ mit Pak Choi, Senf und Koriander oder „Smoothie-Mix“ mit Spinat, Rote Bete und Amaranth.

Doch Microgreens sind nur der Einstieg. Wer mehr Platz hat, greift zum Hochbeet für den Balkon. Die kleinen Hochbeete gibt es in allen Größen und Materialien: aus Holz, aus Kunststoff, aus Stoff. Sie werden einfach auf den Balkon gestellt, mit Erde befüllt und schon kann es losgehen. Wichtig ist nur, dass sie stabil stehen und das Wasser ablaufen kann – niemand will einen nassen Balkon.

Was wächst im Balkon-Hochbeet? Tomaten sind der Klassiker, aber sie brauchen viel Sonne. Auch Paprika, Chili und Auberginen mögen es warm. Wer weniger Sonne hat, setzt auf Salate, Radieschen, Mangold oder Kohlrabi. Und Kräuter sowieso: Basilikum, Petersilie, Minze, Thymian – sie alle gedeihen auch im Topf.

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Die Sommer werden heißer, die Regenfälle seltener. Was für viele noch vor ein paar Jahren wie Zukunftsmusik klang, ist für Kleingärtner heute harte Realität. Besonders in den trockenen Regionen Deutschlands, aber längst auch im Norden, leiden die Beete unter Wassermangel und sengender Sonne. Zeit, den Garten umzurüsten – klimafest zu machen.

Doch wie geht das? Der erste Schritt ist oft der schwerste: Rasen raus. Denn Rasen ist ein wahrer Wasserschlucker. Ein Quadratmeter Grünfläche braucht an heißen Tagen bis zu fünf Liter Wasser pro Woche – und das bei oft spärlichem Regen. Wer stattdessen auf tiefwurzelnde Stauden setzt, spart nicht nur Wasser, sondern schafft auch Lebensraum für Insekten.

„Die neuen Helden im Garten sind Pflanzen mit Pfahlwurzeln“, erklärt Gartenbauingenieurin Dr. Martina Schell. „Lupinen, Königskerzen oder Stockrosen holen sich das Wasser aus tiefen Erdschichten. Sie bleiben auch im Hochsommer grün, ohne dass man gießen muss.“ Auch Kräuter wie Thymian, Salbei oder Lavendel sind echte Überlebenskünstler. Sie mögen es trocken und sonnig und duften obendrein wunderbar.

Doch nicht nur die Pflanzenauswahl ist entscheidend. Auch der Boden spielt eine Hauptrolle. Wer seinen Boden mit Mulch bedeckt, schützt ihn vor dem Austrocknen. Rasenschnitt, Stroh oder gehäckseltes Holz halten die Feuchtigkeit im Boden und unterdrücken gleichzeitig Unkraut. Zudem fördern sie das Bodenleben – Regenwürmer und Mikroorganismen fühlen sich unter der Mulchschicht pudelwohl.

Regenwassernutzung ist ein weiterer Schlüssel. Statt teures Leitungswasser zu verschwenden, sammeln immer mehr Kleingärtner das kostbare Nass in Zisternen oder großen Tonnen. Eine Regentonne unter dem Dachablauf ist der Klassiker, aber es geht auch größer: Unterirdische Zisternen können hunderte Liter speichern und das Wasser auch in längeren Trockenperioden verfügbar halten.

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Leipzig, Messegelände, Halle 3. Es riecht nach frischer Erde, nach Holz und nach Bratwurst vom Imbiss. Die „Haus Garten Freizeit“ hat ihre Tore geöffnet, und Tausende Besucher strömen herein, um zu sehen, was die Gartensaison 2026 zu bieten hat. Der Trend ist eindeutig: Die alte Koniferenhecke hat ausgedient. Neu im Rampenlicht stehen essbare Pflanzen, und die absolute Sensation heißt Kiwibeere.

Die Kiwibeere, auch als Mini-Kiwi oder Cocktail-Kiwi bekannt, ist klein, glattschalig und so süß, dass man sie mitsamt der Schale naschen kann. Auf der Messe drängen sich die Besucher um das Schaugarten-Beet, in dem die rankende Pflanze präsentiert wird. „Die Leute sind verrückt danach“, sagt der Standbetreiber einer Baumschule aus Thüringen. „Wir haben schon am ersten Tag unseren gesamten Jahresvorrat verkauft. Jeder will diese Pflanze im Garten haben.“

Kein Wunder: Die Kiwibeere ist pflegeleicht, winterhart und liefert ab dem zweiten oder dritten Jahr reiche Ernte. Die Früchte sind etwa so groß wie Weintrauben und schmecken intensiv nach Kiwi, aber ohne die pelzige Schale. Perfekt für den Snack zwischendurch, für Obstsalate oder zum Einkochen.

Doch die Kiwibeere ist nur einer von vielen Trends, die auf der Messe präsentiert werden. Ein anderer Renner ist die sogenannte „Naschhecke“. Statt langweiligen, immergrünen Koniferen pflanzen immer mehr Gartenbesitzer eine Mischung aus essbaren Sträuchern: Felsenbirne, Maibeere, Josta-Beere und natürlich Himbeeren und Brombeeren. Die Hecke wird so zum schmackhaften Sichtschutz, der Bienen und Vögel anzieht und obendrein leckere Früchte liefert.

„Ich habe meine Thuja-Hecke rausgerissen“, erzählt eine Besucherin aus Dresden. „Die war mir zu langweilig und hat nichts für die Tierwelt gebracht. Jetzt habe ich eine bunte Mischung aus Beerensträuchern. Im Frühling blüht es weiß, im Sommer gibt es Früchte, und im Herbst färben sich die Blätter wunderschön. Das ist Lebendigkeit pur.“

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Wer in diesen Tagen durch einen deutschen Kleingartenverein spaziert, dem fällt etwas auf: Es wird weiß. Nicht schneeweiß, sondern zart, fast poetisch weiß. Die Pantone-Farbe des Jahres 2026 trägt den Namen „Cloud Dancer“ – ein luftiges, leichtes Weiß, das an Wolkenfetzen an einem Sommerhimmel erinnert. Und dieses Weiß erobert nun auch die Beete, Rabatten und Balkone der Nation.

Hortensien sind die großen Gewinner dieses Trends. Besonders die Sorten mit weißen Blütenbällen erleben einen wahren Boom. „Annabelle“, die klassische Schneeball-Hortensie, ist aus den Gärtnereien kaum noch wegzudenken. Aber auch die Rispenhortensie ‚Vanille-Fraise‘ mit ihrem zarten Weiß-Rosa-Verlauf wird von Hobbygärtnern heiß begehrt.

Warum ausgerechnet Weiß? Die Farbexpertin und Gartendesignerin Klara Herrmann aus Hamburg hat eine Theorie: „Nach den letzten Jahren mit Krisen, Kriegen und Unsicherheit sehnen sich die Menschen nach Ruhe und Klarheit. Weiß steht für einen Neuanfang, für Reinheit, für Frieden. Im Garten schafft Weiß zudem eine wunderbare Verbindung zu Licht und Schatten – es leuchtet förmlich, besonders in der Abenddämmerung.“

Der Trend zum weißen Garten zeigt sich aber nicht nur bei Hortensien. Auch weiße Rosen, weiße Lilien und weiße Ziergräser sind gefragt. Besonders im Minimalismus-Stil, dem sogenannten „Scandi-Style“, spielt Weiß die Hauptrolle. Hier wird mit wenigen, aber dafür ausgewählten Pflanzen gearbeitet, die in klaren Formen und in weißen oder grauen Töpfen präsentiert werden. Dazu kommen Materialien wie helles Holz, Stein und Metall. Das wirkt aufgeräumt, modern und beruhigend zugleich.

Doch der Trend hat auch eine praktische Seite. Weiße Blüten sind für Insekten besonders attraktiv. Sie reflektieren das UV-Licht und sind daher für Bienen und Hummeln gut sichtbar. Wer also weiße Blüten pflanzt, tut nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern auch der Artenvielfalt.

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Lange Zeit galt in Deutschland das ungeschriebene Gesetz: Wer etwas werden will, muss studieren. Abitur, Universität, Bachelor, Master – das war der Königsweg. Wer eine Ausbildung machte, war oft der, der „es nicht geschafft“ hatte. Doch diese Zeiten sind vorbei. Heute erlebt das Handwerk eine Renaissance – und der Meisterbrief wird plötzlich als das gesehen, was er schon immer war: ein Ticket in die Freiheit.

„Mehr Freiheit geht nicht in diesem Land“, sagte der Präsident der Handwerkskammer Südwestfalen kürzlich bei einer Meisterfeier. Und er traf damit den Nagel auf den Kopf. Denn der Meisterbrief ist weit mehr als nur ein Stück Papier. Er ist die Erlaubnis, einen eigenen Betrieb zu führen, Lehrlinge auszubilden, eigenverantwortlich zu wirtschaften. Er ist ein akademischer Grad des Handwerks, vergleichbar mit einem Masterabschluss – nur oft praxisnäher.

Immer mehr junge Menschen erkennen das. Die Zahlen der Meisterprüfungen steigen seit Jahren. Besonders in Berufen wie Elektrotechnik, Tischlerei oder Metallbau verzeichnen die Handwerkskammern einen regelrechten Ansturm. Und das hat gute Gründe.

Da ist zum einen die finanzielle Seite. Ein Meister verdient in der Regel deutlich mehr als ein Geselle – und oft auch mehr als so mancher Akademiker. Mit eigenem Betrieb sind die Einkommensmöglichkeiten sogar nach oben offen. Wer gut ist und sich einen Namen macht, kann sehr erfolgreich sein.

Da ist zum anderen die Unabhängigkeit. Als Meister und Betriebsinhaber ist man sein eigener Chef. Man entscheidet, welche Aufträge man annimmt, wie man arbeitet, wann man Urlaub macht. Man ist nicht abhängig von den Launen eines Vorgesetzten oder den Entscheidungen eines Konzerns. Man ist Herr im eigenen Haus.

Und da ist nicht zuletzt der gesellschaftliche Wandel. In Zeiten von Klimakrise und Nachhaltigkeit wird wieder mehr Wert auf Qualität und Langlebigkeit gelegt. Reparieren statt Wegwerfen ist das Motto. Und wer kann das besser als Handwerker? Sie sind diejenigen, die kaputte Dinge wieder heil machen, alte Häuser sanieren, Möbel restaurieren. Sie leisten einen aktiven Beitrag zur Nachhaltigkeit – und das wird gesehen und geschätzt.

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Es gibt Geschichten, die klingen wie aus einem Bilderbuch. Die Geschichte von Celine Hümmeler aus Oedingen ist so eine. Vor ein paar Jahren war sie noch eine ganz normale junge Frau, die davon träumte, eines Tages ihr eigenes Ding zu machen. Heute ist sie Bäckermeisterin und Inhaberin der Bäckerei „Chümmi“ – und das alles begann in einer Garage.

Celine wuchs in einer kleinen Gemeinde im Sauerland auf. Schon als Kind liebte sie es, mit ihrer Oma zu backen. Die Oma zeigte ihr, wie man Hefeteig macht, wie man Brot formt und wie man erkennt, wann der Ofen die richtige Temperatur hat. „Diese Stunden in der Küche meiner Oma waren die schönsten meiner Kindheit“, erinnert sich Celine. „Da wusste ich noch nicht, dass das mal mein Beruf werden würde.“

Nach der Schule machte Celine zunächst eine ganz normale Bäckerlehre. Sie lernte in einer traditionellen Bäckerei, stand früh um drei Uhr auf und knetete Teig, bis die Arme schmerzten. Aber sie liebte es. Nach der Lehre arbeitete sie einige Jahre als Gesellin, doch der Traum vom eigenen Betrieb ließ sie nicht los.

Also machte sie den Meister. Abends nach der Arbeit, an den Wochenenden, in jeder freien Minute büffelte sie Theorie, übte praktische Prüfungen und entwarf ihre Meisterstücke. Es war eine anstrengende Zeit, aber Celine biss sich durch. „Ich wusste genau, was ich will“, sagt sie. „Ich will meine eigene Bäckerei, mit meinen eigenen Rezepten, meiner eigenen Philosophie.“

Doch eine eigene Bäckerei zu eröffnen, ist teuer. Ladenmiete, Backstube, Maschinen – das kostet schnell mehrere Hunderttausend Euro. Für eine junge Frau ohne großes Erbe kaum zu stemmen. Also wurde Celine kreativ. Sie sah sich um und entdeckte in ihrem Heimatdorf eine alte, ungenutzte Garage, die ihrer Familie gehörte. Die Garage war klein, heruntergekommen und völlig ungeeignet für eine Bäckerei. Aber sie war bezahlt.

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Wenn im Erzgebirge der Herbst kommt und die Tage kürzer werden, dann beginnt für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Nicht wegen des Winters, sondern wegen der Schnitzertage. Seit 33 Jahren treffen sich in Annaberg-Buchholz Schnitzer aus ganz Deutschland, um ihr Können zu zeigen, sich auszutauschen und gemeinsam zu werken. 2026 war es wieder so weit – und die Stadt verwandelte sich in eine riesige, offene Schnitzwerkstatt.

42 Vereine waren in diesem Jahr dabei, insgesamt 220 Mitwirkende. Sie kamen aus dem Erzgebirge, aber auch aus Bayern, Thüringen und sogar aus Österreich. Drei Tage lang bestimmte der Duft von Holz und Leim die Luft in der historischen Altstadt. In Schaufenstern, in Hinterhöfen und auf dem Marktplatz saßen Männer und Frauen, Junge und Alte, und schnitzten, was das Zeug hielt.

Die Bandbreite der Werke war riesig. Da waren die klassischen erzgebirgischen Figuren: Bergmänner, Engel, Nussknacker. Aber auch moderne Interpretationen waren zu sehen. Ein junger Schnitzer aus dem Nachbarort hatte eine ganze Serie von Tieren geschaffen, die so lebensecht aussahen, dass man sie fast streicheln wollte. Ein anderer experimentierte mit abstrakten Formen und ließ sich von der Architektur inspirieren.

„Die Schnitzertage sind für uns das Highlight des Jahres“, sagte ein älterer Herr, der seit über 40 Jahren schnitzt. „Hier trifft man alte Freunde, sieht neue Techniken und bekommt Inspiration für das eigene Schaffen. Das ist wie ein großes Familienfest.“

Besonders stolz sind die Veranstalter darauf, dass die Schnitzertage auch viele junge Menschen anziehen. In diesem Jahr waren so viele Kinder und Jugendliche dabei wie nie zuvor. In einem speziellen Bereich konnten sie unter Anleitung erfahrener Schnitzer erste eigene Versuche wagen. Mit weichem Lindenholz und kindgerechten Werkzeugen entstanden kleine Figuren, Tiere oder einfach nur lustige Formen.

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Die Robert-Mayer-Schule in Stuttgart ist eigentlich eine ganz normale Berufsschule. Hier lernen angehende Handwerker die Grundlagen ihres Fachs. Doch einmal im Jahr verwandelt sich die Aula der Schule in eine Kunstgalerie. Dann ist Ausstellung der „Blechmasters“ – der Meisterstücke der angehenden Klempner.

Das Jahr 2026 war etwas Besonderes. Zwölf Klempnermeisterschüler präsentierten ihre Abschlussarbeiten, und was sie zeigten, ließ so manchen Besucher staunend zurück. Da stand eine zwei Meter hohe Sphäre aus Kupfer, deren Oberfläche so perfekt poliert war, dass man sich darin spiegeln konnte. Daneben ein filigranes Kreuz aus Messing, das wie eine Skulptur aus einem modernen Museum wirkte. Und in der Ecke elegante Stehtische aus Edelstahl, deren Beine wie gedrechselt aussahen – waren sie aber nicht, sie waren von Hand getrieben.

„Jedes Jahr aufs Neue bin ich überwältigt von der Kreativität und dem handwerklichen Können unserer Schüler“, sagte ein Lehrer der Schule. „Diese jungen Leute sind nicht nur Klempner. Sie sind Künstler. Sie arbeiten mit Metall wie Bildhauer mit Ton.“

Doch was genau macht ein „Blechmaster“ eigentlich? Der Begriff ist eine Erfindung der Schule und steht für die Meisterprüfung im Klempnerhandwerk. Klempner, früher oft als „Spengler“ oder „Blechschlosser“ bezeichnet, sind Spezialisten für die Verarbeitung von Metallen. Sie decken Dächer, bauen Fassaden, fertigen Dachrinnen und Verkleidungen. Doch in der Meisterausbildung geht es weit über das Alltägliche hinaus. Hier lernen sie, mit dem Material zu spielen, es zu formen, ihm eine Seele zu geben.

Die Meisterstücke der zwölf Absolventen waren das Ergebnis monatelanger Arbeit. Jeder hatte sich ein eigenes Thema gesucht, eigene Entwürfe gezeichnet und dann mit unendlicher Geduld und Präzision umgesetzt. Besonders beeindruckend war das Werk eines jungen Mannes, der eine Art „Baum des Lebens“ aus Kupfer geschaffen hatte. Aus einem stabilen Stamm wuchsen Äste, an denen kleine Blätter aus Messing hingen – jedes einzeln zugeschnitten, geformt und befestigt.

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Die Große Halle der Stadthalle Olpe war bis auf den letzten Platz gefüllt. draußen regnete es, drinnen herrschte feierliche Stimmung. 23 Männer und Frauen standen an diesem Abend im Rampenlicht, und das völlig zu Recht. Sie alle hatten in den vergangenen Monaten und Jahren eine der anspruchsvollsten Prüfungen des deutschen Bildungssystems bestanden: die Meisterprüfung im Handwerk.

Doch es war nicht nur die schiere Zahl, die diesen Abend besonders machte. Es war die unglaubliche Bandbreite an Talenten, die hier geehrt wurden. Die Handwerkskammer Südwestfalen hatte geladen, und die neuen Meister kamen aus den unterschiedlichsten Gewerken. Da war der junge Tischler, der einen historischen Dachstuhl nicht nur repariert, sondern originalgetreu nach historischem Vorbild neu errichtet hatte. Da war die Konditormeisterin, deren Hochzeitstorte aussah wie ein Kunstwerk und nach Lavendel und Zitrone schmeckte. Und da war der Klempnermeister, dessen Meisterstück ein bronzener Seerosenbrunnen war – komplett handgefertigt, mit jeder Blüte einzeln getrieben.

„Es ist beeindruckend zu sehen, was junge Menschen heute mit ihren Händen erschaffen können“, sagte Kammerpräsident Dr. Christoph von Landwüst in seiner Laudatio. „Sie sind nicht nur Fachkräfte, sie sind Künstler. Sie sind Gestalter unserer gebauten Umwelt.“

Besonders viel Aufsehen erregte an diesem Abend ein junger Mann, der in der Kategorie „Metallbauer“ antrat. Sein Meisterstück? Eine voll funktionsfähige E-Gitarre, deren Korpus aus geschmiedetem Stahl bestand und mit feinen Gravuren verziert war. Der Korpus war so geformt, dass er nicht nur gut aussah, sondern auch einen besonderen, warmen Klang erzeugte. „Ich wollte zeigen, dass Metall nicht immer hart und kalt sein muss“, erklärte der frischgebackene Meister. „Es kann auch Musik machen.“

Die Geschichten hinter den 23 Meisterstücken sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Eine junge Friseurmeisterin hatte eine ganze Kollektion von Haarkreationen entworfen, inspiriert von den Jahreszeiten. Ein Maurermeister baute einen Miniatur-Backofen, in dem man tatsächlich Brot backen konnte. Und ein Informationstechniker-Meister programmierte eine App, die Handwerkern hilft, ihre Materialien besser zu verwalten.

Doch der Abend in Olpe war mehr als nur eine Feier der handwerklichen Fähigkeiten. Es war auch ein Abend, der die Bedeutung des Handwerks für die Gesellschaft unterstrich. In einer Zeit, in der immer mehr Menschen im Büro arbeiten und viele Dinge am Fließband produziert werden, sind es die Handwerker, die dafür sorgen, dass die Welt funktioniert. Sie reparieren unsere Heizungen, bauen unsere Häuser, backen unser Brot und schneiden unsere Haare.

„Handwerk ist systemrelevant“, betonte ein Redner. „Ohne Handwerker läuft nichts. Und diese 23 jungen Menschen sind die besten Belege dafür.“

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