Die Sommer werden heißer, die Regenfälle seltener. Was für viele noch vor ein paar Jahren wie Zukunftsmusik klang, ist für Kleingärtner heute harte Realität. Besonders in den trockenen Regionen Deutschlands, aber längst auch im Norden, leiden die Beete unter Wassermangel und sengender Sonne. Zeit, den Garten umzurüsten – klimafest zu machen.
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Doch wie geht das? Der erste Schritt ist oft der schwerste: Rasen raus. Denn Rasen ist ein wahrer Wasserschlucker. Ein Quadratmeter Grünfläche braucht an heißen Tagen bis zu fünf Liter Wasser pro Woche – und das bei oft spärlichem Regen. Wer stattdessen auf tiefwurzelnde Stauden setzt, spart nicht nur Wasser, sondern schafft auch Lebensraum für Insekten.
„Die neuen Helden im Garten sind Pflanzen mit Pfahlwurzeln“, erklärt Gartenbauingenieurin Dr. Martina Schell. „Lupinen, Königskerzen oder Stockrosen holen sich das Wasser aus tiefen Erdschichten. Sie bleiben auch im Hochsommer grün, ohne dass man gießen muss.“ Auch Kräuter wie Thymian, Salbei oder Lavendel sind echte Überlebenskünstler. Sie mögen es trocken und sonnig und duften obendrein wunderbar.
Doch nicht nur die Pflanzenauswahl ist entscheidend. Auch der Boden spielt eine Hauptrolle. Wer seinen Boden mit Mulch bedeckt, schützt ihn vor dem Austrocknen. Rasenschnitt, Stroh oder gehäckseltes Holz halten die Feuchtigkeit im Boden und unterdrücken gleichzeitig Unkraut. Zudem fördern sie das Bodenleben – Regenwürmer und Mikroorganismen fühlen sich unter der Mulchschicht pudelwohl.
Regenwassernutzung ist ein weiterer Schlüssel. Statt teures Leitungswasser zu verschwenden, sammeln immer mehr Kleingärtner das kostbare Nass in Zisternen oder großen Tonnen. Eine Regentonne unter dem Dachablauf ist der Klassiker, aber es geht auch größer: Unterirdische Zisternen können hunderte Liter speichern und das Wasser auch in längeren Trockenperioden verfügbar halten.