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Eisbaden und Breathwork: Warum der See im Winter zum Hotspot wird

von Rodd Witter

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Es ist sechs Uhr morgens, minus fünf Grad Celsius, und am Ufer des Wannsees in Berlin versammeln sich Menschen. Sie tragen Bademäntel über Badekleidung, einige haben Mützen auf, andere halten warme Getränke in den Händen. Gleich werden sie ins eiskalte Wasser steigen – freiwillig. Willkommen in der Welt des Eisbadens.

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Was vor ein paar Jahren noch als verrückte Randerscheinung galt, ist heute ein Massenphänomen. An fast jedem größeren See in Deutschland trifft man an Winterwochenenden auf Gruppen, die gemeinsam ins kalte Wasser steigen. Sie kommen in Scharen, jung und alt, Männer und Frauen, und alle eint die Überzeugung, dass Kälte gesund ist.

Doch das reine Bad reicht vielen nicht mehr. Immer populärer wird die Kombination mit Breathwork, speziellen Atemübungen, die den Körper auf die Kälte vorbereiten sollen. Unter Anleitung von Trainern atmen die Gruppen rhythmisch ein und aus, aktivieren das sympathische Nervensystem und bringen den Kreislauf in Schwung. Dann geht es ins Wasser – oft nur für ein bis zwei Minuten, aber die reichen aus, um den Körper auf Betriebstemperatur zu bringen.

„Ich mache das jetzt seit zwei Wintern“, erzählt eine Teilnehmerin, während sie zitternd aus dem Wasser steigt. „Am Anfang dachte ich, ich sterbe. Aber jetzt liebe ich es. Nach dem Bad bin ich den ganzen Tag über wach, ausgeglichen und glücklich. Es ist wie eine Droge, nur ohne Nebenwirkungen.“

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