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Bunker und Bahnhöfe: Verlassene Orte, die ein zweites Leben bekommen

von Rodd Witter

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Deutschland ist voller verlassener Orte. Alte Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, stillgelegte Bahnhöfe, verfallene Fabriken – sie stehen leer, vergessen, dem Verfall preisgegeben. Doch immer mehr dieser Orte werden von Kreativen entdeckt und zu neuem Leben erweckt. Aus Lost Places werden Found Places.

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Ein Beispiel ist der Bunker in Hamburg-St. Pauli. Ein riesiger Betonklotz aus dem Krieg, jahrelang ungenutzt, ein Schandfleck im Stadtbild. Heute ist er ein Kulturzentrum mit Veranstaltungsräumen, Ateliers und einer Dachterrasse mit Blick über die Stadt. „Bunkier“ nennen ihn die Hamburger, und er ist längst zu einem beliebten Treffpunkt geworden.

Oder der ehemalige Bahnhof in Dresden-Neustadt: Jahrzehnte stand er leer, die Fenster waren vernagelt, der Putz bröckelte. Dann entdeckte eine Gruppe von Künstlern das Gebäude und machte es zu ihrem Domizil. Heute gibt es dort Ausstellungen, Konzerte, ein Café und Werkstätten. Der Bahnhof ist wieder lebendig.

„Verlassene Orte haben eine besondere Energie“, sagt eine Künstlerin, die in einem ehemaligen Bunker in Berlin arbeitet. „Die Geschichte liegt in den Mauern. Man spürt sie, wenn man hier arbeitet. Das inspiriert.“ Ihr Atelier liegt tief unter der Erde, die Wände sind meterhoch, die Fenster winzig. Früher hörte man hier die Sirenen, heute hört man nur noch leise Musik und das Kratzen des Pinsels auf Leinwand.

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