Wenn man an Kleingärten denkt, hat man Bilder von ordentlichen Beeten, sauber gestutzten Hecken und vielleicht einer Gartenzwerg-Parade im Kopf. Aber Kunst? Graffiti? Fehlanzeige. Oder etwa doch? In einigen Kleingartenkolonien Deutschlands tut sich Unerwartetes: An den Wänden von Lauben, auf Gartenhäuschen oder sogar auf selbstgebauten Skulpturen tauchen bunte Bilder auf – Graffiti, aber nicht im klassischen Sinne.
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Es sind keine wilden Tags oder grobe Schmierereien, sondern oft liebevoll gestaltete Kunstwerke. Ein bemalter Gartenzaun, der wie ein Blumenmeer aussieht. Eine Laubenwand, auf der ein Riese schläft, umgeben von rankendem Efeu. Oder ein alter Gartenschuppen, der mit einem bunten Mural verziert ist, das die Geschichte des Vereins erzählt.
In der Kleingartenkolonie „Am Weiher“ in Leipzig hat sich eine Gruppe von Hobbykünstlern zusammengetan, um die tristen Außenwände der Gemeinschaftsgebäude zu verschönern. Mit Genehmigung des Vereinsvorstands entstanden in den letzten Monaten mehrere Wandbilder. Eins zeigt eine üppige Blumenwiese mit Bienen und Schmetterlingen, ein anderes eine nostalgische Gartenidylle mit Laube und Apfelbaum.
„Am Anfang waren manche skeptisch“, erzählt die Vorsitzende. „Die einen dachten gleich an Schmierereien, die anderen hatten Angst vor zu viel Moderne. Aber als die ersten Bilder fertig waren, hat sich die Stimmung gedreht. Heute finden es alle toll. Es bringt Farbe in den Garten.“