In Annaberg-Buchholz, mitten im Herzen des Erzgebirges, gibt es einen Ort, der wie eine Schatzkammer wirkt. Die Manufaktur der Träume, ein Museum für erzgebirgische Volkskunst, beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen der Region. Und seit einiger Zeit zeigt es eine Sonderausstellung, die Besucher aus ganz Deutschland anlockt: Exponate aus der berühmten Sammlung Pohl-Ströher.
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Wer die Ausstellung betritt, taucht ein in eine Welt voller filigraner Details und handwerklicher Meisterschaft. Hinter Glasvitrinen reihen sich geschnitzte Bergmänner, leuchtende Schwibbögen und klöppeldecken, die so fein sind, dass man meint, sie müssten vom Wind verweht werden. Jedes Stück erzählt eine Geschichte – von den Menschen, die es geschaffen haben, von der Zeit, in der es entstand, und von den Händen, die es über Generationen bewahrt haben.
Die Sammlung Pohl-Ströher gilt als eine der wertvollsten ihrer Art. Zusammengetragen über Jahrzehnte von der Unternehmerfamilie Ströher, die ihr Vermögen mit Haarpflegeprodukten machte, umfasst sie tausende Objekte. Viele davon waren lange der Öffentlichkeit verborgen, lagerten in Archiven oder Privaträumen. Nun werden sie nach und nach gezeigt – und das Publikum ist begeistert.
Besonders beeindruckend sind die geschnitzten Figuren. Da steht ein Bergmann aus dem 18. Jahrhundert, dessen Gesicht so lebensecht geschnitzt ist, dass man ihm die Strapazen der Arbeit unter Tage ansieht. Da hängt ein Engel mit Flügeln aus feinstem Goldschaum, der so zerbrechlich wirkt, dass man den Atem anhält. Und da ist eine Weihnachtskrippe mit hunderten Figuren, jede einzelne liebevoll gestaltet, jede mit einem eigenen Ausdruck.