Stellen Sie sich vor, Sie gehen spazieren, und plötzlich stehen Sie vor einem Strauch voller reifer Himbeeren. Sie zögern kurz, dann pflücken Sie eine Handvoll und naschen sie direkt vom Strauch. Die Beeren schmecken sonnenwarm und süß, und Sie haben nichts dafür bezahlt. Willkommen im Naschgarten – einem Trend, der immer mehr Anhänger findet.
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In immer mehr Gemeinden in Deutschland entstehen öffentliche Naschgärten oder Obstalleen, an denen jeder kostenlos ernten darf. Die Idee ist einfach: Statt Zierpflanzen werden essbare Gewächse gepflanzt, die allen zugutekommen. Äpfel, Birnen, Kirschen, Beeren, aber auch Nüsse und Kräuter – alles, was schmeckt und gut gedeiht.
Die Stadt Andernach am Rhein ist Vorreiter dieser Bewegung. Schon vor Jahren startete sie das Projekt „Essbare Stadt“ und bepflanzte öffentliche Flächen mit Obst und Gemüse. Heute ist die Stadt bekannt für ihre Naschgärten, und viele andere Kommunen haben das Konzept übernommen.
„Ausgangspunkt war die Idee, dass öffentliches Grün nicht nur schön, sondern auch nützlich sein kann“, erklärt die Stadtgärtnerin von Andernach. „Wir pflanzen nicht mehr nur Rosen und Buchs, sondern auch Apfelbäume und Beerensträucher. Die Bürger lieben es. Sie gehen spazieren, pflücken sich etwas und haben gleichzeitig ein schöneres Stadtbild.“