Es ist eines der größten Bürgerwissenschaftsprojekte Deutschlands: die „Stunde der Wintervögel“. Jedes Jahr im Januar rufen der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der bayerische Landesbund für Vogel- und Naturschutz dazu auf, eine Stunde lang die Vögel im Garten, im Park oder auf dem Balkon zu zählen. Tausende Menschen machen mit, und die Daten helfen den Forschern, die Entwicklung der Vogelbestände zu verstehen.
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Die Aktion ist denkbar einfach: Eine Stunde lang beobachten, was da piept und flattert, und die höchste Anzahl jeder Art notieren. Dann werden die Daten online oder per Post gemeldet. Schon ist man Teil einer deutschlandweiten Vogelzählung.
Für viele ist die Stunde der Wintervögel der Einstieg in die Vogelbeobachtung. Man muss kein Experte sein, um mitzumachen. Eine einfache Liste der häufigsten Arten hilft bei der Bestimmung. Und wer unsicher ist, kann Fotos machen oder in Foren nachfragen.
„Ich mache jetzt seit fünf Jahren mit“, erzählt eine Teilnehmerin aus Hamburg. „Am Anfang konnte ich kaum einen Vogel unterscheiden. Inzwischen kenne ich die Meisen, Finken und Rotkehlchen alle mit Namen. Es macht einfach Spaß, genauer hinzuschauen.“
Die Ergebnisse der Zählung geben Aufschluss über den Zustand der Vogelwelt. In milden Wintern bleiben viele Standvögel im Land, in strengen Wintern ziehen sie sich zurück. Manche Arten nehmen ab, andere zu. Die Langzeitdaten zeigen Trends, die für den Artenschutz wichtig sind.