Wenn im Erzgebirge der Herbst kommt und die Tage kürzer werden, dann beginnt für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Nicht wegen des Winters, sondern wegen der Schnitzertage. Seit 33 Jahren treffen sich in Annaberg-Buchholz Schnitzer aus ganz Deutschland, um ihr Können zu zeigen, sich auszutauschen und gemeinsam zu werken. 2026 war es wieder so weit – und die Stadt verwandelte sich in eine riesige, offene Schnitzwerkstatt.
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42 Vereine waren in diesem Jahr dabei, insgesamt 220 Mitwirkende. Sie kamen aus dem Erzgebirge, aber auch aus Bayern, Thüringen und sogar aus Österreich. Drei Tage lang bestimmte der Duft von Holz und Leim die Luft in der historischen Altstadt. In Schaufenstern, in Hinterhöfen und auf dem Marktplatz saßen Männer und Frauen, Junge und Alte, und schnitzten, was das Zeug hielt.
Die Bandbreite der Werke war riesig. Da waren die klassischen erzgebirgischen Figuren: Bergmänner, Engel, Nussknacker. Aber auch moderne Interpretationen waren zu sehen. Ein junger Schnitzer aus dem Nachbarort hatte eine ganze Serie von Tieren geschaffen, die so lebensecht aussahen, dass man sie fast streicheln wollte. Ein anderer experimentierte mit abstrakten Formen und ließ sich von der Architektur inspirieren.
„Die Schnitzertage sind für uns das Highlight des Jahres“, sagte ein älterer Herr, der seit über 40 Jahren schnitzt. „Hier trifft man alte Freunde, sieht neue Techniken und bekommt Inspiration für das eigene Schaffen. Das ist wie ein großes Familienfest.“
Besonders stolz sind die Veranstalter darauf, dass die Schnitzertage auch viele junge Menschen anziehen. In diesem Jahr waren so viele Kinder und Jugendliche dabei wie nie zuvor. In einem speziellen Bereich konnten sie unter Anleitung erfahrener Schnitzer erste eigene Versuche wagen. Mit weichem Lindenholz und kindgerechten Werkzeugen entstanden kleine Figuren, Tiere oder einfach nur lustige Formen.