In Köln, direkt gegenüber dem Hauptbahnhof, gibt es seit kurzem eine Kneipe, die auf den ersten Blick wie viele andere aussieht. Dunkles Holz, Theke, ein paar Tische. Doch beim genaueren Hinsehen fallen Details auf: An der Garderobe hängen Warnwesten, unter den Tischen stehen Arbeitsstiefel, und die Speisekarte bietet nicht Sushi oder Avocado-Toast, sondern „Strammen Max“, „Frikadelle mit Bratkartoffeln“ und „Halve Hahn“. Herzlich willkommen in der „Bauklappe“ – einer Kneipe von Handwerkern, für Handwerker.
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In Zeiten, in denen die Innenstädte immer mehr von hippen Bars und teuren Cocktail-Lounges geprägt werden, erleben einfache, ehrliche Handwerkerkneipen eine Renaissance. Orte, an denen man nach Feierabend im Blaumann rein kann, ohne schief angesehen zu werden. Orte, an denen man über Mauern, Kabel und Heizungen reden kann, ohne dass jemand gelangweilt wegschaut.
Die Idee zur „Bauklappe“ hatte der Kölner Bauunternehmer Markus Schmitz. „Ich saß mit meinen Leuten oft in schicken Locations, aber keiner fühlte sich wohl. Die Preise waren hoch, das Bier zu fancy, und die Musik so laut, dass man sich nicht unterhalten konnte. Ich dachte mir: Das muss doch auch anders gehen.“ Also mietete er eine kleine Ladenfläche, strich sie in freundlichem Gelb (der Farbe der Baustelle) und eröffnete eine Kneipe, in der das Bier vom Fass kommt, der Kaffee stark ist und die Bedienung einen Spruch auf den Lippen hat.