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Soft Clubbing statt Through-Night: Warum die Gen Z jetzt um 18 Uhr feiern geht

von Rodd Witter

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Es ist Freitagabend, kurz nach sechs. Während die meisten Büros sich langsam leeren und die Menschen in überfüllten S-Bahnen nach Hause pendeln, passiert in einer umgebauten Fabriketage in Berlin-Neukölln etwas Unerwartetes: Die ersten Gäste trudeln ein, doch sie sind nicht aufgedonnert, sondern tragen bequeme Pullover. Sie bestellen Mate-Tee statt Wodka-Energy. Und sie tanzen. Willkommen in der Welt des „Soft Clubbing“.

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Was in Großbritannien als „Daytime Rave“ begann, hat längst die deutschen Großstädte erobert. In Hamburg, Berlin, Köln und München schießen Veranstaltungen aus dem Boden, die mit den klassischen Club-Nächten wenig gemein haben. Der Name ist hier Programm: Es wird weich, sanft und vor allem früh gefeiert. Die meisten dieser Partys beginnen zwischen 16 und 18 Uhr und enden spätestens um 22 Uhr. Viele sind alkoholfrei, und wenn es doch Cocktails gibt, dann sind es oft kreative Mocktails mit Ingwer, Kurkuma oder Matcha.

Doch was steckt hinter diesem Trend? Die Generation Z, oft als pragmatisch und gesundheitsbewusst beschrieben, hat offenbar keine Lust mehr auf den klassischen Club-Marathon, der um Mitternacht beginnt und erst im Morgengrauen endet. „Früher dachte ich, Feiern bedeutet, bis zum Umfallen zu trinken und zwei Tage zu brauchen, um sich zu erholen“, erzählt Marie (24) aus Hamburg, die regelmäßig auf Soft-Clubbing-Events geht. „Heute will ich etwas von meinem Wochenende haben. Ich will tanzen, Spaß haben – aber am nächsten Morgen fit sein, um auszuschlafen und dann vielleicht wandern zu gehen.“

Die Formate sind so vielfältig wie die Gäste selbst. Da gibt es die „Early Birds“-Sessions in angesagten Cafés, die nachmittags die Tische zur Seite schieben und Platz für eine kleine Tanzfläche machen. Oder die „Silent Yoga Raves“, bei denen die Teilnehmer zunächst eine Stunde Yoga machen und dann mit Kopfhörern und leiser, entspannender Elektromusik in die Nacht tanzen – natürlich nur bis zehn.

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