Der Spieleabend hat in Deutschland eine lange Tradition. Aber was lange Zeit nach Monopoly und Mensch ärgere Dich nicht roch, hat sich in den letzten Jahren radikal gewandelt. Der Spieleabend 2026 ist kreativ, kooperativ und oft überraschend komplex. Brettspiele sind zurück – und zwar lauter und besser denn je.
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Im April fand in Leipzig wieder die „SPIEL’26“ statt, die größte Messe für Gesellschaftsspiele der Welt. Die Messehallen waren brechend voll, die Stimmung ausgelassen. Was die Besucher dort sahen, war ein Spiegelbild eines Trends, der sich seit Jahren abzeichnet: Weg vom reinen Wettbewerb, hin zum gemeinsamen Erlebnis.
Eines der meistdiskutierten Spiele auf der Messe war „Zug um Zug Legacy: Die Ruhrpott-Chroniken“. Es ist die neueste Version des Klassikers „Zug um Zug“, aber mit einem Twist: Das Spiel verändert sich im Laufe mehrerer Partien. Entscheidungen, die man in einer Runde trifft, haben Auswirkungen auf die nächste. Man schreibt quasi seine eigene Geschichte. „Legacy-Spiele sind der absolute Renner“, erklärt ein Messebesucher aus Essen. „Man wächst als Gruppe zusammen, weil man gemeinsam eine Welt erschafft. Das ist viel spannender, als sich nur gegenseitig zu besiegen.“
Der Trend zum kooperativen Spiel ist unübersehbar. In Spielen wie „MikroMacro: Crime City“ versucht die ganze Gruppe gemeinsam, einen Kriminalfall zu lösen. Auf einem riesigen Poster müssen Hinweise gesucht, Verdächtige verfolgt und Täter überführt werden. Ein Spiel, das Detektivarbeit und Teamwork vereint und für das man keinen Spielleiter braucht.