Der Erfolg gab ihm recht. Schon am ersten Abend war die Kneipe voll. Maurer, Elektriker, Maler und Zimmerer saßen zusammen, erzählten von ihren Baustellen, tranken ihr Feierabendbier und aßen belegte Brötchen – zu Preisen, die sich ein Handwerker leisten kann. „Hier fühle ich mich wohl“, sagt Elektriermeister Klaus, der mit seiner gesamten Mannschaft gekommen ist. „Wir müssen uns nicht verstellen. Wir können so sein, wie wir sind.“
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Das Konzept findet Nachahmer. In Berlin eröffnete kürzlich „Die Wasserwaage“ im Bezirk Neukölln, in Hamburg „Der Spachtel“ auf St. Pauli. Die Kneipen verstehen sich nicht als Konkurrenz zu den angesagten Locations, sondern als Ergänzung. „Wir wollen niemanden ausschließen“, betont Markus. „Jeder ist willkommen. Aber wir haben einen klaren Fokus: Wir sind für die, die anpacken. Und das merkt man eben auch an der Einrichtung, der Karte und der Musik. Bei uns läuft Rock und Schlager, kein Techno.“
Interessant ist, dass diese Kneipen auch zu Treffpunkten für die Nachwuchssuche werden. Immer wieder kommen junge Leute vorbei, die sich für eine Ausbildung interessieren. Sie setzen sich zu den erfahrenen Handwerkern an den Tisch, hören zu und knüpfen Kontakte. So mancher Ausbildungsvertrag wurde schon in der „Bauklappe“ besiegelt – mit einem kräftigen Händedruck und einem Bier für den Lehrling (natürlich alkoholfrei).
Der Handwerker-Feierabend hat einen neuen Ort gefunden. Und der ist so solide gebaut wie die Arbeit der Gäste selbst.