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Feierabend auf dem Acker: Warum Jungbauern heute Influencer sind

von Rodd Witter

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Die Rechnung geht auf. Während traditionelle Medien immer weniger über Landwirtschaft berichten, schaffen es die jungen Landwirte direkt in die Wohnzimmer der Nation. Inga, 24, aus Mecklenburg-Vorpommern, hat es mit ihren Videos über das Leben als einzige Frau auf einem Männerbetrieb zu über 200.000 Followern gebracht. „Die Leute wollen wissen, wie wir wirklich ticken“, sagt sie. Nach Feierabend, wenn die Tiere versorgt sind, setzt sie sich an den Rechner, schneidet ihre Videos und beantwortet Kommentare. „Manchmal sitze ich bis Mitternacht da, aber es macht mir Spaß. Es ist mein Hobby, mein Feierabendprojekt.“

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Doch aus dem Hobby ist für einige längst ein Business geworden. Wer genug Follower hat, kann mit Werbepartnerschaften Geld verdienen. Traktorhersteller, Landmaschinenhändler oder Futtermittelfirmen haben längst erkannt, dass diese Influencer glaubwürdiger sind als jede Werbeanzeige. Wenn Johannes in seinem Video erzählt, warum er sich für eine bestimmte Melkmaschine entschieden hat, dann kaufen andere Landwirte vielleicht genau diese Maschine.

Für die Gesellschaft haben diese „Feierabend-Influencer“ einen noch größeren Wert. Sie bauen Brücken zwischen Stadt und Land. In einer Zeit, in der immer weniger Menschen einen direkten Bezug zur Lebensmittelproduktion haben, schaffen sie Transparenz. Sie erklären, warum Kühe im Stall stehen, warum Gülle gestankt werden muss oder wieso ein Bauer manchmal auch sonntags arbeitet.

Und sie zeigen, dass Landwirtschaft kein aussterbender Beruf ist, sondern eine Zukunft hat – mit modernster Technik, Leidenschaft und manchmal auch mit einem Smartphone in der Hand, nach Feierabend.

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