Die Wissenschaft gibt ihnen recht. Studien zeigen, dass Tanzen Endorphine freisetzt und das Immunsystem stärkt. Kombiniert mit der wohltuenden Wärme einer Sauna, die die Muskeln entspannt und die Durchblutung fördert, entsteht ein Cocktail an Wohlfühlhormonen, der mit dem Rausch des Alkohols durchaus mithalten kann – nur ohne die lästigen Nebenwirkungen wie Kater oder Dehydrierung.
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Besonders beliebt sind die sogenannten „Silent Spa Parties“, bei denen die Gäste Kopfhörer tragen. Auf diese Weise können diejenigen, die Ruhe suchen, in einem Bereich der Therme verweilen, während auf einer anderen Liegewiese leise Musik gespielt wird. Die Kopfhörer haben mehrere Kanäle: Auf Kanal 1 läuft Entspannungsmusik, auf Kanal 2 treibende Beats für die Tanzwütigen, und auf Kanal 3 gibt es geführte Meditationen. Jeder kann selbst wählen, was er hören möchte.
Kritiker fragen sich, ob dies nicht die letzte heile Welt der Ruhe, die Therme, zerstört. Bisher zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Die Gäste solcher Events sind oft rücksichtsvoller als die durchschnittliche Club-Meute. Sie kommen nicht, um sich zu betrinken und Randale zu machen, sondern um eine besondere Erfahrung zu machen. Sie nehmen Rücksicht aufeinander, reden leiser und hinterlassen die Sauna sauberer als mancher Stammgast.
Wellness-Partys sind ein Phänomen, das zeigt, wie sehr sich unsere Vorstellung von Freizeit und Feierabend gewandelt hat. Es geht nicht mehr um Exzess, sondern um Ausgleich. Nicht ums Vergessen, sondern ums Erleben. Und wenn das in der wohlig warmen Sauna passiert – umso besser.