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Soft Clubbing statt Through-Night: Warum die Gen Z jetzt um 18 Uhr feiern geht

von Rodd Witter

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Auch die Club-Betreiber reagieren auf den Wandel. Im „Café Luz“ in München hat man erkannt, dass sich mit Soft Clubbing eine völlig neue Zielgruppe erschließen lässt. „Bei uns kommen jetzt Leute, die sonst nie in einen Club gehen würden. Mütter und Väter, die nach der Kinderbetreuung endlich Zeit für sich haben. Oder Berufstätige, die um fünf Uhr morgens aufstehen müssen und trotzdem nicht auf Tanzen verzichten wollen.“ Die Getränkekarte wurde entsprechend umgestellt: Statt Bier vom Fass gibt es nun Kombucha vom Fass und selbstgemachte Limonaden.

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Ein weiterer Aspekt ist die Nachhaltigkeit. Viele Soft-Clubbing-Events legen Wert auf regionale Produkte, verzichten auf Einwegplastik und setzen auf eine entspannte, wertschätzende Atmosphäre. Türsteher gibt es selten, dafür oft ein freundliches „Hallo“ an der Tür. Diskriminierung und Übergriffigkeit, leider immer noch ein Thema in der Clubszene, kommen hier deutlich seltener vor – vielleicht auch, weil alle noch nüchtern genug sind, um klar zu denken.

Kritiker mögen einwenden, dass dies keine „echten“ Partys seien, sondern eher gut besuchte Kaffeekränzchen mit Musik. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Die Veranstaltungsplattform „RAVE with us“ verzeichnete im letzten Jahr einen Anstieg der Buchungen für Nachmittags-Events um über 200 Prozent. Auch große Marken haben den Trend entdeckt und sponsern „Sunset Sessions“ auf Dachterrassen oder in Parks.

Soft Clubbing ist mehr als nur ein flüchtiger Hype. Es ist die logische Konsequenz einer Generation, die Arbeit, Freizeit und Gesundheit neu denkt. Es ist der Beweis, dass Feierabend nicht erst um Mitternacht beginnt, sondern genau dann, wenn man sich danach fühlt. Und vielleicht ist das ja die beste Nachricht für alle, die schon immer das Gefühl hatten, dass die besten Partys eigentlich die sind, bei denen man sich am nächsten Morgen noch an alles erinnern kann.

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