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Bunker und Bahnhöfe: Verlassene Orte, die ein zweites Leben bekommen

von Rodd Witter

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Doch die Wiederbelebung verlassener Orte ist nicht einfach. Oft sind die Gebäude sanierungsbedürftig, die Eigentumsverhältnisse unklar, die Auflagen streng. Viele Projekte scheitern an Bürokratie oder Geldmangel. Aber wenn sie gelingen, entstehen einzigartige Orte, die es so kein zweites Mal gibt.

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In Essen wurde ein ehemaliger Luftschutzbunker zu einer Kletterhalle umgebaut. Die dicken Betonwände bieten ideale Bedingungen für Kletterrouten, und die besondere Atmosphäre unter der Erde lockt Kletterer aus der ganzen Region an. In Köln plant eine Initiative, einen stillgelegten U-Bahnhof in einen Veranstaltungsraum zu verwandeln – mitten unter der Stadt.

Auch private Initiativen sind aktiv. Ein junges Paar aus Thüringen kaufte einen alten Bahnhof und baute ihn zu einem Wohnhaus um. Sie wohnen heute im ehemaligen Wartesaal, schlafen im ehemaligen Dienstraum und haben im Güterschuppen ihre Werkstatt. „Es war viel Arbeit“, sagen sie. „Aber jetzt haben wir etwas Einzigartiges. Das gibt uns kein Neubau der Welt.“

Die Bewegung, verlassene Orte wiederzubeleben, ist mehr als ein Trend. Sie ist Ausdruck eines Bedürfnisses nach Authentizität und Geschichte. In einer Welt, die immer glatter und uniformer wird, suchen Menschen nach Orten mit Charakter, nach Räumen, die Geschichten erzählen. Und oft sind es genau diese Lost Places, die diese Geschichten in sich tragen.

Wer selbst auf Entdeckungsreise gehen will, sollte vorsichtig sein. Viele verlassene Orte sind baufällig und der Zutritt ist verboten. Aber es gibt auch geführte Touren und Projekte, die Besucher willkommen heißen. Und vielleicht entdeckt man ja selbst einen Ort, der darauf wartet, wiederbelebt zu werden.

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