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Versteckte Kunst: Graffiti im Kleingarten – was taucht da auf?

von Rodd Witter

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Die Künstler kommen aus den eigenen Reihen. Maler, aber auch Hobbykünstler, die einfach Lust haben, etwas zu gestalten. Einer von ihnen ist Rentner und hat früher als Schilder maler gearbeitet. Jetzt pinselt er an einer Laube und genießt die Anerkennung der Nachbarn. „Es macht mir riesigen Spaß“, sagt er. „Und ich sehe, dass die Leute stehen bleiben und sich freuen. Das ist das schönste Kompliment.“

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Natürlich gibt es auch Grenzen. Nicht jede Wand darf bemalt werden, und nicht jedes Motiv ist erwünscht. Die Vereine haben Regeln aufgestellt, um Streit zu vermeiden. Wer etwas an seiner Laube verändern will, muss es vorher anmelden. Und politische oder anstößige Motive sind tabu. Aber innerhalb dieses Rahmens ist vieles möglich.

Manche Gärten werden zu regelrechten Kunstorten. In einer Kolonie in Berlin findet jedes Jahr ein „Offener Garten“ statt, bei dem auch die bemalten Lauben besichtigt werden können. Die Besucher sind überrascht von der Kreativität, die sie entdecken. „Ich hätte nie gedacht, dass im Kleingarten so viel Kunst steckt“, sagt eine Besucherin. „Das ist wie eine geheime Galerie.“

Die versteckte Kunst im Kleingarten ist ein Zeichen dafür, dass sich die Parzellen verändern. Die neuen Gärtner sind oft jünger, experimentierfreudiger und bringen ihre eigenen Ideen mit. Der Kleingarten ist nicht mehr nur Ort der Selbstversorgung, sondern auch der Kreativität, der Entspannung und des persönlichen Ausdrucks.

Und vielleicht ist das ja das Schöne daran: Dass die Kunst nicht im Museum hängt, sondern mitten im Leben steht. Dass man sie beim Spaziergang entdeckt, unerwartet und überraschend. Ein Fundstück der besonderen Art – direkt um die Ecke.

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