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Schätze aus der Sammlung Pohl-Ströher: Was die Manufaktur der Träume zeigt

von Rodd Witter

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Die Kuratorin der Ausstellung führt durch die Räume und zeigt auf ein besonders kostbares Stück: eine Klöppelspitze, so fein, dass man sie kaum mit bloßem Auge erfassen kann. „Das hier ist über 200 Jahre alt“, erklärt sie. „Die Frau, die das geklöppelt hat, muss monatelang daran gearbeitet haben. Und es ist perfekt erhalten. Das ist ein Wunder.“

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Doch die Ausstellung zeigt nicht nur Altes. Sie macht auch deutlich, dass die Tradition des Erzgebirges lebendig ist. In einer Abteilung sind Arbeiten zeitgenössischer Schnitzer und Klöpplerinnen zu sehen, die zeigen, dass das Handwerk keineswegs ausstirbt. Ein junger Künstler hat einen Engel geschaffen, der aussieht wie ein Hipster mit Kapuzenpulli – ein Augenzwinkern, das die Besucher zum Schmunzeln bringt.

Die Manufaktur der Träume selbst ist übrigens auch ein Fundstück. Das Gebäude, eine ehemalige Fabrik, wurde aufwendig saniert und zu einem modernen Museum umgebaut. Alte Industriearchitektur trifft auf filigrane Kunst – ein spannender Kontrast, der die Ausstellung noch erlebbarer macht.

Wer die Ausstellung besucht, sollte Zeit mitbringen. Es gibt so viel zu entdecken, dass man leicht Stunden vergehen kann. Immer wieder bleiben Besucher vor einer Vitrine stehen, beugen sich vor, studieren die Details. Manche kommen ins Gespräch, tauschen sich aus über das Gesehene. „Das hier ist mehr als Kunst“, sagt ein älterer Herr. „Das ist unsere Geschichte. Das sind wir.“

Die Sammlung Pohl-Ströher ist ein Schatz, der darauf wartet, gehoben zu werden. Wer sie sieht, versteht, warum das Erzgebirge für seine Volkskunst berühmt ist. Und wer weiß – vielleicht entdeckt man ja selbst ein Fundstück, das einen ein Leben lang begleitet.

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