Im Kleingartenverein „Am Stadtpark“ in Nürnberg hat man den Trend bereits aufgegriffen. Die Vorsitzende berichtet: „Wir haben dieses Jahr eine gemeinsame Aktion gestartet: Jedes Mitglied pflanzt mindestens eine weiße Hortensie. Das verbindet uns und sieht im Sommer einfach traumhaft aus, wenn alle Gärten wie miteinander verwoben erscheinen.“
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Auch die Züchtungen reagieren auf die Nachfrage. Neue Sorten kommen auf den Markt, die besonders robust und pflegeleicht sind. „Weiße Hydrangea ‚Sternenkranz'“ heißt eine Neuheit, die besonders viele kleine Blüten in Sternform trägt und angeblich sogar Trockenheit besser verträgt als ihre Vorfahren.
Gärtnermeisterin Felicitas Jung rät: „Wer jetzt im Frühling pflanzt, sollte auf einen halbschattigen Platz achten. Hortensien mögen keine pralle Mittagssonne. Und der Boden sollte sauer bis neutral sein, sonst färben sich weiße Hortensien manchmal rosa – was auch hübsch ist, aber eben nicht dem weißen Trend entspricht.“
Natürlich hat der Trend auch seine Kritiker. Manche finden Weiß im Garten zu steril, zu kühl. „Ein Garten muss bunt sein“, sagt ein älterer Kleingärtner aus Leipzig. „Rot, Gelb, Blau – das ist Leben. Weiß ist mir zu langweilig.“ Doch vielleicht ist genau das die Stärke des Weiß: Es lässt andere Farben neben sich bestehen, ohne sie zu erdrücken. Es ist ein zurückhaltender Partner, der den Raum öffnet.
Die Gartensaison 2026 wird also eine weiße werden. Zumindest ein bisschen. Und wenn die ersten Hortensien im Juni ihre Knospen öffnen und die Abendsonne sich in den Blüten fängt, dann versteht man, warum. Es ist ein Anblick, der Hoffnung macht – und der zeigt, dass Schönheit manchmal ganz leise daherkommt.