Besonders angesagt sind sogenannte „Snack-Gemüse“: Mini-Gurken, Cocktail-Tomaten, Snack-Paprika. Sie sind genau richtig für den kleinen Hunger und machen Kindern besonders viel Spaß. „Meine Tochter liebt es, ihre eigenen Cherry-Tomaten zu ernten“, erzählt eine Münchner Mutter. „Sie isst sie dann direkt vom Strauch, gewaschen wird nicht mal. Aber das ist ja das Schöne: Sie weiß, wo es herkommt, und es schmeckt einfach besser.“
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Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine Rolle. Viele Stadtgärtner setzen auf torffreie Erde, sammeln Regenwasser auf dem Balkon und kompostieren ihre Küchenabfälle in der Wurmkiste. Die kleinen Helfer, die Kompostwürmer, verwandeln Gemüsereste in nährstoffreiche Erde – ein Kreislauf im Mini-Format.
Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Auf dem Balkon ist der Wind oft stärker, die Sonne brennt im Sommer, und im Winter friert es schneller. Aber mit ein paar Tricks kommt man klar: Tomaten müssen angebunden werden, Töpfe sollten nicht zu klein sein, und bei Hitze hilft morgendliches Gießen.
Die Stadtgärtner-Bewegung wächst. In vielen Städten gibt es Tauschbörsen, wo überschüssige Pflanzen oder Saatgut getauscht werden. Auf dem Balkon nebenan wächst vielleicht die Sorte, die man selbst noch nicht hat. Und in Internetforen tauschen sich tausende Hobbygärtner aus, geben Tipps und zeigen stolz ihre Ernte.
Selbstversorgung im Mini-Format ist mehr als nur ein Trend. Es ist eine Lebenseinstellung. Es zeigt, dass man auch auf kleinstem Raum etwas erschaffen kann – und dass es Freude macht, die eigenen Tomaten zu ernten, die eigene Minze in den Tee zu geben. Vielleicht ist das der Anfang von etwas Größerem. Wer weiß, vielleicht wird aus dem Balkongärtner eines Tages ein echter Kleingärtner.