Natürlich gibt es Regeln. In den meisten Naschgärten ist nur die Handpflücke erlaubt, keine Ernte mit Eimern und Leitern. Und selbstverständlich wird nichts gespritzt – die Früchte wachsen ganz natürlich, mit allen Schönheitsfehlern. Aber das ist ja gerade das Besondere.
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Der Trend zum Naschgarten passt in eine Zeit, in der sich Menschen wieder mehr für die Herkunft ihrer Lebensmittel interessieren. Wer selbst pflückt, weiß, wo es herkommt. Und die Freude am Selbstgeernteten ist oft größer als an gekauften Früchten.
Für Familien mit Kindern sind Naschgärten ein Paradies. Die Kleinen können erleben, wie Obst wächst, können es anfassen, riechen, probieren. Das schafft ein Bewusstsein für Natur und Ernährung, das kein Schulunterricht ersetzen kann.
In manchen Städten gibt es inzwischen auch „Naschbalkone“ – öffentliche Balkone an Häuserfassaden, die mit essbaren Pflanzen bestückt sind. Passanten können einfach hochgreifen und naschen. Oder „Naschhecken“ entlang von Radwegen, die zum Verweilen einladen.
Die Bewegung wächst. Immer mehr Menschen erkennen, dass öffentlicher Raum mehr sein kann als Asphalt und Rasen. Er kann Lebensraum sein – für Pflanzen, Tiere und Menschen. Und wenn dann noch der Genuss dazukommt, umso besser.
Also: Augen auf beim nächsten Spaziergang. Vielleicht entdecken Sie ja einen Naschgarten in Ihrer Nähe. Und dann nichts wie hin – und naschen, naschen, naschen.